Pferdelogo

Interner Bereich



So geht's nach Ellerau


Wir wünschen eine gute Anreise!

Drucken E-Mail

Der Trailer für die RIVA

Der Gedanke, einen Bootstrailer zu bauen, kam eigentlich durch eine unbedachte Aussage von mir. Ich sagte zu Harald bei einem Schaufahren dass unser Verein im Jahr 1999 ausrichtete:" Unsere Riva`s würden auch gut auf einem Trailer aussehen." Am nächsten Basteltag gab mir Harald einen Haufen Fotos von einem Bootstrailer in die Hand und sagte :" Den bauen wir " und so fingen wir an.

Ich werde in dem Bericht keine genauen Maßangaben machen weil jeder der so einen Trailer bauen will die Maße an sein Modell anpassen muss. Nur so viel: unser Trailer hat eine Länge von 1450 mm und eine Breite von: 245 mm. Das Gewicht beträgt ca. 2,5 kg; Bauzeit ca.7 Monate bei 10 bis 12 Stunden in der Woche.

Der Trailer zur RIVA Der Trailer zur RIVA

Wir haben daran gedacht später vielleicht diesen Trailer für den Transport unserer Modelle mit einem Zugfahrzeug auszurüsten. Damit wir dann mit dem Trailer auch ins Wasser fahren können ,kam als Baumaterial alles was nicht rostet zum Einsatz. Hauptsächlich aber V2a, Messing, Aluminium.

Für den Rahmen wurde Alu U-Profil 20 x 10 x 1,5 mm aus einem Baumarkt besorgt. Die beiden kurzen Schenkel wurden an der Fräsbank 1,5 mm abgefräst. Später wurde hier ein 20 x 1,5 mm Alu-Flachprofil mit Flüssigmetall aus dem Kfz-Zubehörhandel aufgeklebt, um wieder auf unser Maß von 10 mm zu kommen. Die abgeknickten Längsträger wurden mit Schrauben und Laschen verschraubt und verklebt.

nun wurden die sechs Mittelstreben aus 15 x 8 mm Alu gebaut. Der Winkel des Mittelknicks beträgt 20 Grad, hier wurde das Material verschweißt. Die beiden Stirnseiten wurden plangefräst und mit einer M 5 Gewindebohrung versehen. Die Längsträger wurden nun im entsprechenden Abstand mit einer 5 mm Bohrung für die Befestigung der Mittelstreben vorbereitet.

Die Streben wurden mit M5 Innensechskantschrauben mit den Längsträgern verschraubt. Die Schweißnaht der Verbindung Mittel- und Längsträger wurde mit Lötpaste aus der Tube imitiert; das sieht nach dem Lackieren wie eine Schweißnaht aus. Jetzt wurde das Flachprofil auf die Längsträger geklebt.


Der Trailer zur RIVA

Nun ging es an die Herstellung des Fahrgestells. Dazu wurden Alurohre von 12 mm Durchmesser abgesägt und innen mit einer 10 mm Reibahle aufgerieben. Hier wurde unsere Drehstabfederung eingebaut. Dazu haben wir auf der Drehbank aus Messing Stellringe mit einer 2,5 mm Bohrung und 10 mm Durchmesser gebaut. In die 2,5 mm Bohrung wurde ein Silberstahldraht gesteckt und mit dem Stellring hartverlötet. An den äußeren Enden der Silberstahldrähte wurde nun die Lagerung der Schwingarme, die mit der Bremsankerplatte und der Radnabenwelle verlötet waren, angebracht und hartverlötet.

Die Träger des Fahrgestells wurden aus Aluprofil gefertigt und mit den entsprechenden Bohrungen für die Alurohre und die Befestigungslaschen versehen. Die Ausschnitte für die Bremsseile wurden gefräst und die Alurohre in den Trägern mit Flüssigmetall verklebt. Der hier angesprochene Flüssigmetallkleber aus dem Kfz-Zubehörhandel ist eine sehr gute Möglichkeit Alu zu kleben; dazu muss nur die Eloxierte Schicht an den zu klebenden Flächen entfernt werden.

Um das Fahrgestell an dem Rahmen des Trailers befestigen zu können, wurden nun aus 1,8 mm Va-Draht und an beiden Enden mit M 1,7 Gewinde versehene U-Bügel gebogen. Diese Bügel wurden durch den Achsträger gesteckt und mit einer Ankerplatte (aus 1mm Va Blech) am Rahmen mit zwei Muttern verschraubt. Diese Muttern haben wir aus Sechskant Messingstangen, Schlüsselweite 2 mm, gefertigt.

In das Messingmaterial wurde auf der Drehbank ein 1,5 mm Loch gebohrt und Gewinde 1,7mm geschnitten. Jeder von uns musste so ca.30 dieser Muttern herstellen und noch ein paar zum Wegschmeißen. Wenn diese Krümel (Muttern) einem beim Montieren aus den Fingern fallen und auf einen dunklen Fliesenboden landen, kann man gleich eine neue nehmen.

Harald hatte uns aus einer Inbusmadenschraube mit 2 mm Schlüsselweite einen super Steckschlüssel gebaut. Damit war das Ansetzen der Muttern viel einfacher als mit unseren dicken "Wurstfingern".

Die vier Radnaben wurden nun auf der Drehbank gefertigt und mit zwei Kugellagern an den Achsen befestigt. Jetzt mussten vier Bremstrommeln gedreht werden, was bei mir gar nicht so einfach war. Ich hatte mir schon vier Chromfelgen und Reifen besorgt, nur hatten diese Felgen innen Sechskant- Mitnehmer; also musste an meinen Felgen der entsprechende Sechskant gefräst werden.

Nun muss ich aber mal sagen, ich bin nicht der "große Dreher" sondern eher derjenige der das Drehen vor langer langer Zeit mal mit gelernt hat (zumindest ansatzweise) und natürlich so manches vergessen hat. So musste ich so manches Teil zweimal anfangen. Harald dagegen kurbelte jedes noch so komplizierte Teil einfach aus dem Handgelenk.

Aber auch das Drehen der Bremstrommeln ging einmal zu Ende und wir konnten uns anderen Dingen zuwenden.

Der Trailer zur RIVA Der Trailer zur RIVA

Es war jetzt an der Zeit, das eigentlich schwierigste Teil unseres Trailers zu bauen. Wir (Harald) hatten uns in den Kopf gesetzt, die Anhängerkupplung funktionsfähig zu bauen. Aus 15 mm Va Rundmaterial wurde erst mal die grobe Form gedreht. Dann wurden vier Flächen und von der Unterseite mit einem Kugelfräser ein Einstich in einem Winkel von 12 Grad gefräst. Jetzt wurde von hinten eine 4 mm Bohrung bis in den Einstich gebohrt und in die ersten 20 mm ein M6 Gewinde geschnitten .In die 4 mm Bohrung, die bis in den Kugeleinstich reicht, wurde nun ein Gleitstück, welches noch mit einem Eingefrästen Langloch versehen wurde, eingepasst. Dieses Gleitstück ist an der Seite, wo es später an dem Kugelkopf der Zugvorrichtung anliegt, halbkugelförmig ausgehöhlt. Das hört sich ganz schön schwierig an, ist es auch! Ich habe mal versucht eine Zeichnung davon zu machen.

 

Der Trailer zur RIVA

Das war geschafft!!!!!!!!!!! Nun sollte die Auflaufbremse gebaut werden. Dazu wurde ein Rechteckrohr 10 x 10 mm aus Va abgesägt und auf der Fräsbank an der Stirnseite plangefräst. Die andere Seite wurde in einem Winkel von 45 Grad abgefräst. An das Rohr wurde seitlich eine Lasche hart angelötet; an dieser Lasche wird der Bremshebel und der Handbremshebel befestigt. Für den Bremshebel wurde an der Unterseite des Rechteckrohres im Bereich der Lasche ein 2 mm breites Langloch in das Rohr gefräst.

Der Trailer zur RIVA Der Trailer zur RIVA

In das Rechteckrohr wurde nun ein Messingstück von 9 x 9 x 5 mm , das in der Mitte auf 6mm aufgebohrt wurde, eingebaut und mit 2 Modellschrauben ( M2 Schlüsselweite 3 mm) im Rohr befestigt.

Nun wurde aus einer 15 mm Va- Welle ein Formstück ( 6 mm Welle 25 mm lang, 15 mm Scheibe 5 mm lang, 6 mm Welle 25 mm lang ) gedreht und an der 15 mm Scheibe wieder ein Vierkant von 9 x 9 mm angefräst.

Der Trailer zur RIVA

Auf das eine Ende der Welle wurde ein M6 Gewinde geschnitten und das andere Ende bekam eine Bohrung mit M4 Gewinde. Nun wurde mit einer passenden Druckfeder die Welle in das Rohr eingeführt. Auf das Wellenstück mit der 4 mm Gewindebohrung kam nun noch eine Kappe, die in der Länge so eingestellt wurde das in Zugrichtung kein Spiel zu spüren ist. An den M4 Schraubenkopf wurde nun eine Unterlegscheibe hart angelötet; mit dieser Schraube wird das Spiel des Bremshebels, der zwischen Kappe und U-Scheibe in das Rohr hineinragt, eingestellt.

Nach dem nun alles so funktionierte wie es sein sollte, wurde das Ganze wieder zerlegt. Das Rohr wurde nun auf ein trapezförmiges 1 mm Va-Blech hart aufgelötet. Die ganzen Teile wurden silberfarben lackiert und wieder zusammengebaut. An die Längsträger wurden Laschen angeschraubt und an diesen wieder das Trapezblech.

Nun wurde auf die Welle ein Faltenbalg aus Gummi aufgeschoben und die Kupplungseinheit auf das M6 Gewinde aufgeschraubt. Durch das verschraubte Gewinde wurde ein 2 mm Loch gebohrt und ein Sicherungsbolzen mit angeschnittenen M 1,7 Gewinden durchgesteckt und mit zwei Muttern festgeschraubt.

So ist die Kupplungs-/Auflaufbremseinheit gegen Verdrehen gesichert.

So das war geschafft : Der Trailer stand auf seinen Rädern und ankuppeln konnten wir ihn auch. Aber jeder Anhänger braucht ein Spornrad zum Rangieren und so sollte unser Trailer auch eins haben.

Wir haben in eine 8  mm Va-Welle an der Drehmaschine  ein 5,8 mm Sackloch gebohrt, so dass noch 3 mm des Wellenmaterials stehen blieben. In diese 3 mm wurde nun ein 4 mm Loch eingebracht. Die 5,8 mm Bohrung wurde jetzt mit einer 6 mm Zylinderreibahle aufgerieben. Die äußere Hülse war nun fertig.

Eine 6 mm Va-Welle wurde abgelängt und aufgebohrt, in dieses Sackloch wurde ein M5 Gewinde geschnitten.
Nun wurde die 6 mm Welle poliert und in die aufgeriebene Bohrung eingepasst, so dass sich die Welle leicht und ohne Widerstand  in der Hülse drehen lässt. Jetzt wurde eine 5 mm Welle mit angedrehter Scheibe von 6 mm und einem 4 mm Wellenstummel an der Drehbank gefertigt und M5 und M4 Gewinde geschnitten.
Das M5 Gewinde der Spindel wurde nun mit dem in der 6 mm Welle geschnittenen Gewinde feingeschliffen, so dass die Spindel sich leicht in der Welle dreht. Welle und Spindel wurden in die Hülse eingeschoben und die zwischenzeitlich gebaute Handkurbel aufgesetzt und mit einer M4 Mutter festgeschraubt. Die Mutter wurde mit der Handkurbel und der Spindel hartgelötet. An der Mutter wurde noch der Sechskant abgeschliffen.

Um das Spornrad auch in der Höhe verstellbar zu machen, haben wir an der Fräsbank eine zweiteilige Klemmvorrichtung gebaut und mit M2 Senkschrauben am Längsträger befestigt. Die Längsfugen haben wir wieder mit der Lötpaste verstrichen, so das es nach dem Lackieren wie eine Schweißnaht aussieht. 
Mit dem Knebel, der auf dem Foto zu sehen ist, lässt sich die Klemme lösen und das Spornrad in der Höhe verstellen.
Aus VA Blech 1 mm wurde die Halterung für das Rad gebaut und mit  der Welle hart verlötet. Damit das Rad beim Fahren sich nicht drehen kann, wurde noch ein 2 mm Dorn in die Welle eingeschlagen und in die Hülse ein keilförmiger Ausschnitt eingefeilt. Wird das Spornrad nun hochgekurbelt,  zentriert sich der Dorn im Ausschnitt und das Rad ist festgesetzt.

Der Trailer zur RIVA Der Trailer zur RIVA

Das Bremsgestänge der Auflaufbremse wurde aus 2 mm Va-Draht gebaut. Auf die Enden der einzelnen Stangen wurde wieder unser M1,7 Gewinde geschnitten und die Stangen untereinander mit entsprechenden Gewindemuffen verschraubt.

Der Trailer zur RIVA Der Trailer zur RIVA

Nun wurde es wieder etwas kniffliger. Die Wiege der Bremsanlage wurde aus Messing zu einem U-Profil mit abgeschrägten Kanten ausgefräst und die Bohrungen für die Zugstange und die beiden Lastverteilungen eingebracht. Für die Köpfe der Seilzüge habe ich M2 Modelschrauben mit einem 1 mm Bohrer aufgebohrt und das Gewinde abgedreht. Die Stahlseile wurden in die 1 mm Bohrung weich eingelötet.

Die Lastverteilungen wurden aus 1 mm VA-Blech gesägt und mit drei 2 mm Bohrungen für die Bremsseile und die Zugstange versehen. In der mittleren Bohrung wurde eine M2 Schraube, die von der Wiege kommt, mit einer Mutter befestigt und in den anderen die Köpfe der Seilzüge gehalten.

Jetzt mussten noch die acht Kopfschrauben für die Schutzrohre der Seilzüge aus M2 Schrauben gebaut werden. Dazu habe ich wieder M2 Schrauben mit 1mm aufgebohrt und in den Schraubenkopf ein 2 mm Sackloch gebohrt. In diesem Sackloch kann sich das Schutzrohr der Seile abstützen.

In das erste Achsrohr wurde jetzt eine Grundplatte mit vier M2 Gewindelöchern und einer 1,7mm Bohrung zur Zentrierung der Bremstange, die von der Auflaufbremse kommt, eingeklebt. In die M2 Gewindelöcher wurden nun die Kopfschrauben eingeschraubt und mit einer Mutter gekontert. In die Bremsankerplatten wurden M2 Gewinde geschnitten und auch hier die Kopfschrauben eingedreht. Das ganze konnte nun zusammengebaut werden. Die Schutzrohre aus einem 2 mm Kunststoffrohr wurden zugeschnitten und schwarz lackiert. Die Bremsseile wurden durch die Rohre gesteckt und in der Bremstrommel mit einer Druckfeder und einem Stellring befestigt . So werden die Bremsseile durch die Feder auf Spannung gehalten.

Sollten wir irgendwann einmal mit unserer Riva fertig sein so können wir auch noch die Trommelbremse funktionsfähig machen. (Der erste Versuch hatte nicht die Bremswirkung ,die wir erhofft hatten)

Nachdem wir es geschafft hatten die Bremse soweit fertig zu stellen, sollte es an die Auflagepunkte des Bootes gehen. Am Original ist zu sehen, dass das Boot über Gummiräder und in der Mitte über in der Höhe verstellbare Rollen ins Wasser abgelassen werden kann. So musste es bei unseren Modellen auch sein.

Der Trailer zur RIVA Der Trailer zur RIVA

Das im linken Bild zu sehende Stützrad war ja noch recht einfach zu bauen, aus 1mm Va-Blech wurde eine Platte ca. 10 x 10 mm mit zwei Laschen 25 mm lang und 7mm breit ausgeschnitten, zu einem U gebogen und mit drei 2 mm Bohrungen zur Höhenverstellung der Radachse versehen. In das mittlere 10 x 10 mm Stück wurden vier 2 mm Löcher zur Befestigung mit Gewindebügeln gebohrt; das ganze wieder mit den Muttern M17, Schlüsselweite 2 mm festgeschraubt.

Viel schwieriger war es, die Räder und Felgen zu bekommen, ich musste lange suchen bis ich endlich bei Lego-Technik gefunden hatte, was ich wollte.

Die beiden hinteren Stützräder waren um einiges schwerer herzustellen. Hier sind die Räder in einem Winkel von ca. 45 Grad an der letzten Querstrebe befestigt. Da hier der Rumpf der Riva Aquarama ein flacheres V-Profil hat, musste die Stellung der Radachsen dem Rumpfboden angepasst werden. Auch dieser Halter wurde aus 1 mm Va gebaut und die einzelnen Streben hartverlötet.

Die mittleren Laufrollen wurden aus schwarzem Kunststoff gedreht und zwischen zwei 5 mm Messingwinkel mit M2 Modellschrauben befestigt. In die Winkel wurden noch zur Höhenverstellung in beide Schenkel jeweils vier 2 mm Löcher gebohrt.

Die beiden Rumpfabstützungen mit den vier Handkurbeln wurden komplett aus Messing gebaut. Hier kam wieder das Prinzip vom Spornrad zum Einsatz. Die äußeren Rechteckrohre wurden an einer Seite mit einem Stück Messingblech zugelötet und ein 4 mm Loch gebohrt. Eine Spindel wurde gedreht und ein 4 mm Gewinde geschnitten. In das 5 x 5 mm Messingprofil, aus dem die inneren Stützen gebaut wurden, ist auf der einen Seite ein Sackloch gebohrt und ein M4 Gewinde geschnitten worden. Auf der anderen Seite wurde ein Auge mit einer 2 mm Bohrung angefräst. Auf der Fräsbank wurde das Profil so bearbeitet, dass es im Rechteckrohr leicht und ohne Spiel gleitet.

Der Trailer zur RIVA

Für die obere Auflagetraverse verwendeten wir ein Alu U-Profil. Die vier Gelenkstücke wurden wieder auf der Fräsbank gefertigt und beweglich mit dem Alu-Profil verschraubt. Nun mussten noch die Gummiauflagen zum Schutz des Rumpfes mit 2-Komponentenkleber auf das U-Profil geklebt werden. Die Handgriffe und die Kurbeln wurden angelötet.

 

Zum Festsetzen der Handkurbeln wurde noch ein M2 Gewinde in das Rechteckrohr geschnitten und eine 2 mm Schraube eingedreht. Da die Stützen oben am Längsträger nur eingehängt sind ,wurde ein Passstück gebaut und an dem Rechteckrohr angelötet. Seitlich werden die Stützen mit einem verlöteten, aus dem Vollen gefrästen T-Stück am Träger verschraubt.

 

Nun wurde es langsam Zeit, das wir uns über die Kotflügel Gedanken machten. Aber wie die selber bauen? Hier hatten wir beide keine vernünftige Idee. Was tun?? Guter Rat war teuer.

Da kam uns der Zufall zur Hilfe. Auf den Hamburger Modellbautagen kamen wir an dem Stand mit Zubehörteilen für den LKW-Modellbau mit dem Aussteller ins Gespräch. Dieser hatte auch Kotflügel im Sortiment, auch für Doppelachsen. Nach dem dann auch noch ein Messschieber unter Verkaufstresen auftauchte und wir die Maße vergleichen konnten, die dann auch noch passten, waren wir sehr zufrieden. Also wurden vier dieser Kotflügel gekauft.

Das Lackieren und Montieren war dann nicht schwer. Mit einigen aus VA-Blech hergestellten Haltern und einigen M2 Modellschrauben wurden die Kotflügel an Modell befestigt.

Der Trailer zur RIVA

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die vordere Halterung zur Stabilisierung des Bootsstevens beim Transport wurde auf einer Grundplatte aus VA-Blech, die zur Befestigung mit sechs 2 mm Löchern versehen ist, angepasst und hartverlötet. Die Auflage des Stevens wurde aus schwarzem Hartgummi gesägt und mit einer M2 Modellschraube in dem angelöteten Bügel verschraubt.

Für die Winde wurden jetzt passende Zahnräder gesucht und der Abstand der Achsen errechnet. Aus Messing wurde ein U-Profil gefräst und in den Achsabstand entsprechend Durchgangslöcher gebohrt. Die Seiltrommel wurde gedreht und die Winde zusammen gebaut. An der Achse des kleinen Zahnrades wurde noch eine Handkurbel befestigt und die funktionstüchtige Winde mit M2 Senkschrauben auf dem Träger verschraubt. Die ganze Einheit ist wieder mit M1,7 Gewindebügeln an der Mitteltraverse befestigt.

Der Trailer zur RIVA

Der Trailer zur RIVA


Für den Lampen- und Kennzeichenträger nahmen wir von dem 20 mm Alu-U-Profil ein Stück, das genau so breit ist wie der Trailer an der breitesten Stelle, also an den Kotflügeln. Die beiden kurzen Schenkel wurden bis auf 4 mm abgefräst und an den Stirnseiten durch Einkleben von Metallstücken verschlossen. Nun wurden in die Längsträger Messingrohre mit einer lichten Weite von 4 mm eingeklebt und von oben ein M3 Gewinde bis in das Rohr geschnitten. In die Rohre wurde jetzt Rundmaterial gesteckt und so abgesägt, das es möglich ist den Träger so einzustellen, dass er mit dem Heck des Bootes abschließt. In die M3 Bohrungen kamen nun  Rändelschrauben zum Feststellen des Trägers. Für die Verbindung von Rundmaterial und Träger wurde aus 1 mm VA-Blech ein 4 mm breites U-Profil gebogen und am Rundmaterial hart verlötet. Am Träger wurde das U-Profil verbohrt und mit M2 Modellschrauben befestigt.

Der Trailer zur RIVA

Der Trailer zur RIVA

Das Bild rechts ist leider das einzige, das von uns beim Bau der Trailer gemacht wurde. Alle anderen Bilder sind erst im März 2001 von einem Arbeitskollegen von mir gemacht worden. Irgendwie haben wir beide während der ganzen Bauzeit nicht ans Fotografieren gedacht.

Die Rückleuchten waren auch so ein Fall : Rechteckige aus dem Truck-Modellbau waren nicht im richtigen Maßstab zu finden. Selber bauen ging auch nicht, weil wir keinen Kunststoff in den richtigen Farben gefunden hatten. Aber bei Conrad- Elektronik wurden wir fündig, dort gab es runde Lampengläser. Schwarzer Kunststoff wurde im Durchmesser der Gläser aufgebohrt und die Lichtkappen eingeklebt. Auch der Träger wurde im gleichen Abstand gebohrt, um die Lampen (Blinker, Bremse, Rücklicht und Nummernschild) mit Minibirnchen beleuchten zu können.

Für das Stromkabel mussten zwei PC-Mäuse sterben. Das Kabel war genau das Richtige, mehrere Adern und geringer Durchmesser. Aber da wir nicht daran gedacht hatten, es gleich mit einzubauen, mussten wir ganz schön fummeln (wir haben laut und deutlich geflucht). So ist das, wenn man nicht an alles denkt. Ein Experte (Harry ) hat dann gleich auch noch 7- polige Stecker und Steckdosen im Durchmesser von 7mm gebaut. Diese Arbeit habe ich mir noch für einsame kalte Winterabende aufbewahrt. So langsam juckte es auch wieder in den Fingern mal an der Riva weiterzubauen, ich bin schließlich Schiffsmodellbauer und kein Miniaturelektriker.

Die dreieckigen Rückstrahler wurden aus dünnem Alu gebaut und auf die Kotflügel und den Lampenträger geschraubt. Die rote Reflexfolie habe ich in einem Baumarkt gefunden; Dreiecke schneiden und aufkleben war dann keine große Sache mehr.

Die Kennzeichen und das D-Schild wurde uns von einer Firma, die Beschriftungen aus Transferfolie schneidet, für wenig Geld ausgeschnitten. Die schwarze Grundplatte wurde gefräst und der Träger für die Kennzeichenfolie aus dünnem, weiß lackiertem Alublech gefertigt. Nun wurde das Kennzeichen und die Grundplatte mit 1 mm Modellschrauben am Lampenträger befestigt.

Das Herstellen der aus Gummi gefertigten Begrenzungsleuchten, die Harry schon fertig hat, habe mir auch noch für besagte Winterabende aufbewahrt.

Der Laufgang wurde aus Kunststoff-Riffelblech, welches wir im passenden Maßstab gefunden hatten, über einen Formklotz warm gebogen und auf der Innenseite mit 1,5 mm ABS Verstärkt. Das Ganze wurde nun Lackiert und am Trailer angebracht.

So das war es schon im Großen und Ganzen. Ich wünsche jedem Modellbauer (oder Modellbauerin), der so einen oder ähnlichen Bootstrailer bauen will, viel Glück und gutes Gelingen.

 

 


Powered by Joomla!. Designed by: joomla templates vps hosting Valid XHTML and CSS.